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Deuteronomium 5,14

ruhen – nicht lärmen...

Montag Morgen 8.30 Uhr, der Tag zuvor war warm, die Nacht war trocken. kurzum es war Zeit für "Aktion Sorgenkind".
Von langer Hand geplant doch durch stete Nachtniederschläge vereitelt, konnte die Aktion endlich anlaufen. Trotz seiner Müdigkeit spürte der Inquisitor die Spannung in sich auf ein unerträgliches Maß ansteigen. Er saß zufrieden mit Celine auf den Betonstufen vor dem ehemaligen Kiosk, wo sich versoffene Stammtischpolitiker allmorgendlich mit billigem Sprit das letzte bisschen Grütze aus den dementen Schädeln spülten und stinkend, rülpsend und furzend das nahende Ende der Menschheit debattierten. An seiner Stelle ist nun ein Döner Laden, der die stinkenden Überreste der durch die Inquisition geläuterten Stammtischpolitiker veräußert, aber das soll eine andere ruhmreiche Geschichte sein.

Sehr bald, so wusste der Inquisitor aus sorgsamer Bespitzelung seiner Nachbarschaft, würden die LKW anrollen, um den nahe gelegenen Edeka zu beliefern und dabei jenes Ende der U-förmigen Straße für mindestens zwei Stunden komplett verstopfen, während am anderen Ende die lokale Abfallbeseitigung sich der Abfuhr der gelben Säcke annimmt und somit das andere Ende der Straße für alles, was größer als ein kleiner PKW ist, ebenfalls unpassierbar macht. Ein scheinbar unbedeutendes Detail, welches aber im Verlauf der Aktion noch deutlich an Bedeutung zu gewinnen-, und den Kampf um lebenswichtige Sekunden entscheidend beeinträchtigen konnte.

Alles verlief bisher nach Plan und es war an der Zeit, Position 2 zu beziehen, welche das Dach der benachbarten Grundschule darstellt, die zu Zeiten der Ferien verlassen, sowohl einen ausgezeichneten Ausblick über den Kinderspielplatz als auch dem 300er Teleobjektiv eine stabile Auflagefläche zur wackelfreien Dokumentation der herannahenden Ereignisse bot.
Der von der heiligen Inquisition eigens liebevoll gerechte Sand vor den Spielobjekten wirkte bürgerlich und einladend. Die Straßen sollten nun unpassierbar sein und in wenigen Momenten dürfen sie erscheinen, die zahllosen Mütter mit ihren gatzenden und brüllenden Blagen. Sowie die stolzen Besitzer ihrer ständig kläffenden und alles zuscheißender Tölen.
Ich hatte mir vorgenommen, Kraft meiner inquisitorischen Gnade und im Dienste der Wissenschaft zweier bedeutenden Fragestellungen profund zu gehen:

1.)Versuchen Hunde den Lichtpunkt eines Laserpointers genauso zu jagen, wie es Katzen und Frettchen tun? Und..
2.)Würde der schmächtige Junge von Hoffmans den Rottweiler tatsächlich an der Leine halten können, wenn mein Laserpointer ihn zum Spielen mit einem der Kleinkinder ermunterte.

Es war 10:11 Uhr. Von dem jungen Hundeführer noch immer keine Spur und Bachs Orchestersuite Nr. 3 war mittlerweile bei der „Air“ angekommen, als ein außergewöhnlich laut brüllender Junge den Inquisitor aus seinen Träumen riss und um die Aufmerksamkeit seiner Mutter buhlte, nachdem er beim Buddeln im Sand die erste der mühselig im Bahnhofsgebiet eingesammelten Injektionsnadeln und Spritzen entdeckte. Das Teleobjektiv zeichnete wundervolle Details einer hysterisch kreischenden Mutter mit dem blutenden Kind an der einen, und der Injektionsspritze in der anderen Hand auf das Zelluloid - zur späteren Verwendung beim Jugendamt. Der Inquisitor betrachtete das eindrucksvolle Treiben danieder auf dem Spielplatz im Zusammenspiel mit Bachs Air und dankte seinem Herrn für eine Inspiration und Offenbarung geradezu epischen Ausmaßes.
Plan B hatte funktiont - der sonntäglichen Ruhe waren wir ein gutes Stück entgegen geeilt.
Auf die Zukunft, für Volk und Vaterland.
16.7.07 23:31
 


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